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Eco, Fair, Green, Slow - wie nachhaltige Mode die Fashion Welt verändert

Bist du auch schon mal über Begriffe wie “Slow Fashion”, “Fair Fashion”, “Eco Fashion”, oder “Green Fashion” gestolpert und hast dich gefragt, was es genau damit auf sich hat und worin die Unterschiede bestehen?

Kurz gesagt, lassen sich alle diese Modebegriffe dem Sammelbegriff der “Nachhaltigen Mode” zuordnen. Und die hat in den letzten Jahren viele Fans dazugewonnen.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Textilindustrie ist ein Klimakiller!

Die Textilindustrie ist für mehr CO2-Emissionen verantwortlich, als die Schifffahrt und der weltweite Flugverkehr zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Studie der Ellen Macarthur Foundation.

Daneben sorgt sie für einen wahnsinnigen Ressourcenverbrauch und eine enorme Müllproduktion. Bis zu eine Million Tonnen Kleidung werden jedes Jahr aussortiert. Giftige Rückstände aus den Farben der Kleidung, landen in unserem Wasserkreislauf.  Es wird billig und auf Kosten der Arbeiter und der Natur, Kleidung in Übersee produziert. Die Ökobilanz konventioneller Mode ist also nachweislich schlecht.

Nachhaltige Mode hingegen, bezeichnet eine Form der Mode, die schonend mit Mensch, Umwelt und Tieren umgeht und die grundsätzlich darauf abzielt länger tragbare, also qualitative Kleidung herzustellen, die aus umweltfreundlichen Materialien besteht. Folgende Aspekte stehen dabei im Mittelpunkt:

Biologische Materialien

Nachhaltige Mode besteht aus umweltschonenden Materialien, wie pflanzlichen oder recycelten Stoffen. Bambus zum Beispiel, kann bis zu einem Meter pro Tag nachwachsen. Auch beim Anbau der Rohstoffe wird auf eine besonders schonende Art gesetzt, ohne den Einsatz von Pestiziden, Insektiziden oder chemischen Düngern.

Ressourcenschonende Herstellung

Der Wasser- und Energieverbrauch bei der Herstellung von Kleidung ist enorm. Auch hier bemühen sich Hersteller nachhaltiger Mode um eine Reduktion. Kurze Lieferwege helfen den CO2-Ausstoß gering zu halten.

Ohne giftige Chemikalien

Herkömmliche Kleidung wird häufig während der Herstellung mit giftigen Chemikalien behandelt, um zum Beispiel eine besondere Waschung oder Färbung zu erreichen. Dies geht zu Lasten von Arbeitern und der Gesundheit des Trägers. Bei nachhaltiger Mode wird darauf konsequent verzichtet.

Re- und Upcycling

Kleidung aus recycelten Stoffen herzustellen, ist keine Seltenheit mehr und absolut nachhaltig. Bei der Neuproduktion von Mode, setzen außerdem immer mehr Hersteller auf Materialien, die sich zu 100% recyceln lassen und somit ebenfalls nachhaltiger sind als konventionell produzierte Kleidung. Beim Upcyling wird ein ausrangiertes Kleidungsstück genutzt, um daraus etwas Neues zu machen, damit man es nicht wegschmeißen muss.

Faire Arbeitsbedingungen

Bei Kleidung mit “Fairtrade” Siegel, wird besonderer Wert auf die sozialen Aspekte im Herstellungsprozess gelegt. Faire Arbeitsbedingungen, wie faire Löhne und Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit, sowie angemessene Preise für die Rohstoff-Bauern gehören zu den Kriterien auf die Hersteller und Produzenten achten.

Lokal hergestellt

Je kürzer die Lieferwege, desto besser für die Umwelt. Nachhaltige Mode sollte möglichst dort produziert werden wo sie auch gebraucht wird. Bestenfalls also in Deutschland oder innerhalb Europas. Das sichert Arbeitsplätze und stärkt die lokale Wirtschaft.

Tier- und Umweltschutz

Viele Hersteller setzen inzwischen auf vegane Kleidung, also Kleidung bei der keine tierischen Rohstoffe verarbeitet werden. Das kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern schont auch den Planeten, da die Massentierhaltung eine der Hauptursachen für den Klimawandel ist.

Je nach Hersteller können sich die Schwerpunkte der einzelnen Kriterien unterscheiden. Manche Labels setzen sich besonders dafür ein faire Arbeitsbedingungen zu schaffen, andere produzieren ausschließlich vegane Mode.

Das Wort Slow Fashion gedruckt auf Bauklötzen

Der Unterschied zwischen Slow Fashion und Fast Fashion

Slow Fashion steht für die Gegenbewegung der sogenannten Fast Fashion, der industriellen Massenproduktion mit ständig wechselnden Kollektionen. Bei Slow Fashion Herstellern wird auf besonders wertbeständige, qualitative Mode geachtet. Der Kollektionswechsel, und damit auch die initiierte Steuerung unseres Konsums durch die Modeindustrie, wird bewusst entschleunigt. Wir sollen dazu ermutigt werden, unsere Kleidung wieder länger und bewusster zu tragen und ihr mehr Wert zu schenken. Das Ziel ist, dadurch bessere Bedingungen für Mensch und Natur zu schaffen. Slow Fashion Mode ergänzt die nachhaltige Mode um einen weiteren Aspekt.

Wichtig: der Begriff “Nachhaltige Mode” ist nicht geschützt. Das bedeutet, jeder Hersteller oder Produzent kann ihn verwenden, um damit eine gewissenhafte oder besonders umweltschonende Herstellung zu deklarieren. Handelt es sich dabei um eine bloße Verkaufstaktik, nennt man das auch “Greenwashing”. Ein zweiter Blick, um genau zu erfahren wie der Hersteller “nachhaltig” definiert, lohnt sich also immer.

Daneben sollte man auch wissen, dass fast kaum ein Hersteller nachhaltiger Mode, alle Aspekte abdeckt. Wenn du dir unsicher bist, achte auf Siegel und Zertifizierungen, die für bestimmte Nachhaltigkeitskriterien stehen oder frag direkt beim Hersteller nach.

Hast du Lust auf ein kleines Experiment?

Dann schau mal in den Kleiderschrank deiner Oma oder deines Opas. Du wirst mit Sicherheit jede Menge Kleidungsstücke finden, die seit mehr als 20 oder 30 Jahren dort leben. Und das obwohl sie getragen werden, zig Mal gewaschen, gebügelt, und teilweise geflickt wurden. Und dann fragst du deine Großeltern wann und wo sie sie gekauft haben. Belohnt wirst du dann nicht nur mit einer schönen Geschichte aus der Vergangenheit deiner Familie, sondern auch mit der Erkenntniss, dass Kleidung früher mal so produziert wurde, wie wir es uns heute wieder wünschen. Qualitativ, nachhaltig, und trotzdem schön.

Nachhaltige Mode: Ist das nicht total langweilig und nur was für Öko Fuzzis?

Mode muss Spaß machen, dieser Meinung sind nicht nur die Fashionistas und Influencer dieser Welt. Auch du und ich möchten gut gekleidet durchs Leben gehen. Zum Glück ist nachhaltige Mode im aktuellen Modegeschmack angekommen. Vor allen Dingen dank junger, nachhaltig interessierter Designer, die mit ihren kleinen, aber feinen Labels frischen Wind in die angestaubte Öko Mode Branche gebracht haben. So gibt es mittlerweile jede Menge Online Shops, die sich rein auf nachhaltige Mode spezialisiert haben.

Einer der größten und bekanntesten in Deutschland ist Avocadostore. Hier findest du nicht nur nachhaltige Kleidung für Damen, Herren, und Kinder, sondern auch alle möglichen umweltfreundlichen Artikel aus den Bereichen Wohnen, Technik und Outdoor. Auch beim Umweltversand Waschbär, findest du Naturmode und Bioprodukte mit einer großen Auswahl. Greenpicks, ist ein Re- und Upcycling Marktplatz, der seine Brands und Partnershops nach strengen Nachhaltigkeits Kriterien auswählt und von seiner Angebotspalette mit jedem großen Kaufhaus mithalten kann.

Kleine Labels mit großer Wirkung

Der deutsche Modemarkt hat viele, kleine Designer und Labels zu bieten, die mit nachhaltiger, schöner und funktionaler Kleidung überzeugen. Dadurch, dass diese Shops ihr Budget hauptsächlich in die qualitative Produktion anstatt in teures Marketing stecken, sind sie nicht so leicht zu entdecken, wie die großen Modemarken. Wir stellen euch hier zehn unserer Lieblings-Brands vor:

1. Recolution

Das Unternehmen aus Hamburg steht für eine ökologische Revolution, setzt sich bewusst vom Mainstream ab und stellt nachhaltige, vegane und langlebige Bekleidung für Damen und Herren mit GOTS Zertifizierung (Global Organic Textile Standard) her. Daneben setzen sie sich dafür ein saubere Lieferketten zu etablieren. Dazu gehören der Baumwollanbau, das Design und die Produktion in Europa, bis hin zu Logistik, Stromanbieter und vielem mehr. Besonders die nachhaltigen Basic-Stücke können wir euch ans Herz legen.

Frau in casual Hose und Shirt von recolution

Foto: recolution GmbH & Co. KG - recolution.com

2. Wunderwerk

Metropolitan, clean und cool. Mode von Wunderwerk ist aber nicht nur chic, sondern auch nachhaltig. Das Düsseldorfer Label setzt auf ressourcenschonende Materialien und Produktionsverfahren. Die Marke produziert die meisten ihrer Produkte innerhalb Europas und bietet eine Auswahl an veganen Kleidungsstücken für Damen und Herren. Wunderwerk ist GOTS zertifiziert und folgt darüber hinaus den IVN BEST Standards (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.), die zum Beispiel optische Aufheller in der Produktion ausschließt.

Mann in Jeans und weißen T-shirt und Sneakers von wunderwerk

Foto: Rheinstoff E-Commerce GmbH - wunderwerk.com

3. Elkline

Nachhaltige Kleidung der Firma Elkline kann sich sehen lassen. Nicht nur aufgrund des Designs, sondern auch, weil das Unternehmen besonders viele Nachhaltigkeitsaspekte abdeckt. Angefangen beim Einsatz von ressourcenschonenden und ungiftigen Materialien, über recyceltes Polyester, bis hin zu Artikeln aus Hanf, Bambus und Leinen und GOTS zertifizierte Produkte. Wir finden die “VW Bulli” Kollektion besonders cool und witzig.

Frau in petrol farbenen T-shirt mit VW-Bulli Logo von Elkline

Foto: Lichtbild-Werkstatt, Meike Berkhan - lbw-berkhan.de, elkline.de

4. Greenality

Hier kennt man sich mit nachhaltiger Mode richtig gut aus. Entstanden im alten Kinderzimmer des Gründers im Jahre 2008, hat sich der Fair Fashion Produzent inzwischen zu einem Shop mit vielen verschiedenen Brands entwickelt. Die eigenen Greenality Basics sind GOTS und Fairtrade zertifiziert und bestehen größtenteils aus Bio-Baumwolle. Daneben spendet das Unternehmen für jedes gekaufte Teil eine Schulstunde für Kinder in Bangladesh.

Frau in türkiser Hose und Bluse von Greenality

Foto: GREENALITY e.K. - greenality.de

5. Bleed

Du magst es gerne sportlich, fair und vegan? Dann bietet dir das Label Bleed vielleicht genau das Richtige. Die nachhaltige Mode des Familienunternehmens besteht aus Bio-Baumwolle, recycelten Fischernetzen (Econyl) und trägt ebenfalls die GOTS Standard Zertifizierung. Die Kleidung wird fast ausschließlich in Europa produziert. Auf chemisch unbedenklich Färbung und Veredelung wird geachtet und alle Produkte sind vegan und tierleidfrei hergestellt.

Mann und Frau in Outfits von bleed

Foto: bleed clothing GmbH - bleed-clothing.com

6. Roka Fair Clothing

Jung, verspielt, bezahlbar und nachhaltig. Das ist Roka, ein deutsches Unternehmen mit ungarischen Wurzeln. Alle Artikel sind vegan, kommen aus fairer Produktion, bestehen hauptsächlich aus Bio-Baumwolle und werden von der Inhaberin eigenhändig bedruckt. Neben der Eigenmarke, kann man im Roka Shop auch vegane Produkte anderer Hersteller kaufen.

Zwei junge Frauen in Jeans, T-shirt und Mütze von Roka Fair Clothing

Foto: Róka – fair clothing - roka-fairclothing.com

7. Armed Angels

Das Kölner Unternehmen macht zeitlose, nachhaltige und fair produzierte Mode, und das sehr erfolgreich. Du kannst sogar deine alte Kleidung von Armed Angels einschicken, dann wird daraus ein neues Kleidungsstück hergestellt (Circularity). Die Produkte werden nach GOTS Standard produziert, sind mit dem Fair Wear Foundation Label und dem Fairtrade Siegel gekennzeichnet, und daneben Peta-approved vegan.

Frau in weißer Bluse und Rock von Armed Angels

Foto: Social Fashion Company GmbH - armedangels.com

8. Green Shirts

Ob für den Alltag, für draußen, oder für den Sport, die nachhaltige Mode für Damen und Herren von Greenshirts macht Laune und kann sich sehen lassen. Innovative Materialien, wie Bambus, Holz, Leinen und Hanf werden verwendet und das Label macht gleich mit einer ganzen Reihe von Nachhaltigkeits Siegeln auf sich aufmerksam.

Mann in Jogginghose und T-shirt von Green Shirts

Foto: Green Shirts - green-shirts.com

9. People Tree

Das beliebte Fairtrade Label aus Großbritannien ist mittlerweile auch in Deutschland verfügbar. Im Onlineshop findest du herrliche Damenmode, von der Unterwäsche, über Casual und Basic Teile, bis hin zu Sportkleidung und Business Outfits. Es gibt außerdem eine rein vegane Kollektion.

Frau in weißer Bluse und gelben Rock von People Tree

Foto: People Tree Limited - peopletree.de

10. Nanushka

Wer nach dem ganz besonderen, nachhaltigen (Designer-) Stück sucht, der könnte bei Nanushka fündig werden. Ausgefallene Schnitte, mutige Farben, aber auch viele klassische Teile, die Mann und Frau gerne im Kleiderschrank haben würden. Die Preise sind zwar auf Haute Couture Level, aber ein Blick in den Sale dieses Labels lohnt sich immer.

Frau in blau-weißen Batik Kleid von Nanushka

Foto: Nanushka Limited - nanushka.com

Was du sonst noch tun kannst, um nachhaltiger zu handeln, wenn es um deine Kleidung geht?

Pflege- und Waschtipps

Gehst du pfleglich mit deiner Kleidung um, dann hält sie viel länger und sieht noch lange schön aus. Grundsätzlich gilt, je seltener ein Kleidungsstück gewaschen wird, desto besser. Statt die Hose oder den Pullover direkt in die Wäsche zu geben, lüfte sie gut durch auf dem Balkon oder am offenen Fenster. Das reicht oft schon. Achte immer auf die Hinweise des Herstellers (stehen auf dem eingenähten Etikett im Inneren des Kleidungsstücks), meist reichen 30 Grad Waschtemperatur vollkommen aus, damit es sauber wird. Bei Knitterfalten, ist das Steamen mit heißer Luft schonender als das Bügeln. Manchmal reicht es auch schon, das T-Shirt oder die Bluse auf einen Bügel zum Trocknen zu hängen, um es glatt zu bekommen. Probiere es aus!

Repariere Kleidung bevor du sie wegwirft

Du hast richtig gehört! Es muss nicht immer alles gleich in die Tonne. Und was du nicht selber flicken oder nähen kannst, kannst du zum Schneider, Schuhmacher oder sogar dem Sneaker Rescue Team bringen. Und ansonsten gibt es auch immer die Möglichkeit des Upcycling. Im Netz finden sich viele coole Ideen, was man zum Beispiel aus altem Jeansstoff machen kann.

Tauschparty mit Freunden

Mache deine Freunde glücklich und schenke deinem Kleidungsstück ein zweites Leben. Bei einer Tauschparty, bringt jeder deiner Freunde ein paar Teile mit und ihr tauscht diese untereinander aus, ganz nach Lust und Laune.

Kleidung spenden

Es gibt auch die Möglichkeit deine ausrangierte Kleidung zu spenden. Du kannst sie in einer Kleiderkammer abgeben, bei der Arbeiterwohlfahrt, oder einem Sozialkaufhaus. Bei Altkleidercontainern solltest du auf den Aufkleber FairWertung achten. So kommen deine Kleider auch noch einem sinnvollen Zweck zugute.

Konsum hinterfragen

Nicht zuletzt lohnt es sich, den eigenen Konsum zu hinterfragen. Wie viele Klamotten brauchst du wirklich? Musst du jeden Trend mitmachen oder den zehnten schwarzen Pulli kaufen?

Unser Tipp: Schaue immer erstmal in deinen Kleiderschrank bevor du shoppen gehst. Meist wirst du feststellen, dass du eigentlich nicht brauchst, was du gerade vor hattest zu kaufen.

Bei moincoins erweitern wir ständig unser Angebot an nachhaltigen Fashion Brands, bei denen du einkaufen und gleichzeitig sparen oder sogar spenden kannst. Schau doch einfach regelmäßig in unserem Mode Bereich vorbei.